AYURVEDISCHES INGWERWASSER

Ingwer! Eine der zwei Superknollen im Ayurveda. Neben Kurkuma ist Ingwer wahrscheinlich eines der meist verwendeten Gewürze im Ayurveda… zumindest in meiner manipura.kitchen kommt Ingwer fast täglich zum Einsatz. Generell weit verbreitet in der asiatischen Küche, ist Ingwer ein wichtiges und wertvolles Gewürz in der Ayurvedaküche, denn er stärkt unsere Verdauung, regt agni, das Verdauungsfeuer an, hilft bei Übelkeit (ideal bei Reiseübelkeit), ist gut gegen Husten & Schnupfen und tonisiert die Stimme.

Von seiner Wirkung ist Ingwer heiß und scharf und reduziert Vata und Kapha.

Seine Wirkung ist, je nachdem ob frisch oder getrocknet, ein wenig verschieden: Seine agni-stärkende Wirkung entfaltet er besonders im frischen Zustand (frischer Ingwer hat den Sanskritnamen ardraka). Getrockneter Ingwer (sunthi) hilft hingegen besonders gut um ama zu verbrennen. Das sind Art Schlacken, die sich im Verdauungstrakt ansammeln können, wenn Teile von unserer Nahrung nicht gut verdaut werden. Sie können unseren Organismus stark belasten. Es gibt deshalb im Ayurveda sehr viele Empfehlungen, einerseits um agni      anzuregen und die Verdauung zu verbessern (damit sich erst gar keine Schlacken ansammeln können) und andererseits Tipps, die das Ziel haben den Körper von ama zu befreien.

Und Ingwer, die Superknolle, kann eben beides!

In meinen Rezepten verwende ich sowohl frischen Ingwer (z.B. in Dalgerichten, Suppen, Currys,…), als auch getrockneten (z.B. im Frühstücksporridge, in Kuchen und anderen ayurvedischen Desserts), hierfür wird der frische Ingwer fein gehackt und den getrockneten kaufe ich in Pulverform.

Ein Tipp: Eine Scheibe Ingwer mit etwas Steinsalz vor dem Essen gekaut regt agni an und lässt uns die darauf folgende Mahlzeit besser verdauen.

Eine wichtige Empfehlung im Ayurveda zur Anregung von agni und zur Stärkung der Verdauungskraft ist das Trinken von heißem Ingwerwasser. Im Winter wärmt es wunderbar und schützt den Körper vor Kälte & Feuchte.

Je nach Konstitution wird das Ingwerwasser länger oder kürzer gekocht und mit mehr oder weniger Ingwerscheiben versehen (schärfer oder milder). Auch die Trinktemperatur wird im Idealfall der Konstitution angepasst.

In der kalten Jahreszeit bereite ich gerne in der Früh eine Thermoskanne mit Ingwerwasser vor, trinke dann gleich ein Glas (vor dem Frühstück!) und den Rest über den Tag verteilt in kleinen Schlückchen.

AYURVEDISCHES INGWERWASSER

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Getränke

Zutaten

1 1/4 Liter Wasser

3-4 Scheiben Ingwer

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Zubereitung

Wasser und Ingwerscheiben in einem Topf aufkochen lassen und dann ca. für 10 Minuten köcheln lassen.

BASILIKUM, TULSI & AYURVEDISCHES PESTO

Da ist er nun mein erster Blogeintrag! Eigentlich hatte ich stets im Hinterkopf diesen Blog mit einem für Ayurveda ganz typischen Rezept zu beginnen, z.B. mit meinem Lieblingdal oder einem meiner köstlichen Chutneys. Aber es ist Hochsommer, ayurvedische und mediterrane Kräuter gedeihen auf meinem Balkon –  und was gibt es schöneres als selbst gezogene Kräuter in köstlichen Rezepten zu verwenden. Und ayurvedisch kochen bedeutet ja nicht unbedingt indisch zu kochen. Ich kann auch einfach, wie in diesem Fall, ein klassisch italienisches Rezept ayurvedisch verändern!

Dieses Rezept hat als Basis, so wie das italienische „Pesto genovese“ viel frisches Basilikum und gutes natives Bio-Olivenöl, kommt aber ohne Knoblauch und Käse aus. Käse wird im Ayurveda als ein eher schwer verdauliches Lebensmittel angesehen, zusätzlich blockiert er die Leitbahnen, die so genannten srotas. Freie srotas sind ein Garant für Gesundheit und Wohlbefinden! Ich persönlich verwende in meiner Ayurvedaküche auch keinen Knoblauch & Zwiebel (nur bei besonderen Beschwerden). Das ist übrigens eine Ayurvedarichtung, bei anderen Ayurvedaschulen kommen Knoblauch & Zwiebel in der Küche sehr wohl zum Einsatz. Gerne ersetze ich Knoblauch mit Asafoetida (oder auch Hing genannt): es ist ein Pulver, aus einem Harz gewonnen und besitzt außerordentlich verdauungsfördernde Eigenschaften. Der Geschmack erinnert leicht an etwas zwischen Knoblauch & Zwiebel! Bei Hülsenfrüchte, die von ihren Eigenschaften her eher schwer verdaulich sind und leicht Blähungen entstehen lassen, ist Asafoetida eine fixe Zutat.

Das Basilikum (Ocimum sanctum), das in der europäischen Küche sehr beliebt ist, kommt nicht ursprünglich, so wie ich dachte, aus dem mediterranen Raum, sondern aus Indien!

 

Basilikum (Ocimum sanctum)

rasa: scharf, bitter
guna: trocken, leicht
virya: heiß
vipaka: scharf
dosha: vata- und kaphareduzierend

Basilikum hilft bei Beschwerden der Atemwege, wie z.B. Husten und Erkältungen. es wirkt stoffwechselanregend, antseptisch und schweißtreibend!*

 

AYURVEDISCHES PESTO

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Saucen & Pesti

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Zutaten

20g frische Basilikumblätter
50g Pinienkerne
4 EL natives Olivenöl
1/4 TL Asafötida
Saft von 1/2 Zitrone
Salz

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Zubereitung

Pinienkerne in der Küchenmaschine zerkleinern.

1 El Olivenöl erhitzen und darin das Asafötida kurz anrösten.

Zu den zerkleinerten Pinienkernen in der Küchenmaschine geben. Die restlichen 3 El Olivenöl, Basilikum, Zitronensaft und Salz hinzufügen.

So lange in der Küchenmaschine zerkleinern, bis das Pesto eine schöne Konsistenz annimmt.

 

Das Pesto hält sich einige Tage im Kühlschrank; zum besseren Konservieren in ein Glas füllen mit Olivenöl bedecken und mit einem luftdichten Deckel verschließen.

Die Pinienkerne können z.B. auch durch Cashewkerne ersetzt werden.

Ich liebe die Kombination: Pesto und Basmatireis, aber auch mit Vollkornnudeln oder Mungdalnudeln ein Traum. Kennt ihr Mungdalnudeln? Das sind grüne Nudeln, die nicht aus Getreide, sondern aus Mungbohnen hergestellt werden. Sind so wie andere Hülsenfrüchte eine ideale Eiweiß- und Eisenquelle.

In Indien gibt es auch eine andere sehr weit verbreitete Varietät; Tulsi oder Tulasi (Ocimum tenuiflorum). Tulsi ist in Indien eine heilige Pflanze und man findet sie deshalb sehr oft in der Nähe von Tempeln.

 

Tulsi (Ocimum sanctum)

rasa: scharf, bitter
guna: trocken, leicht
virya: heiß
vipaka: scharf
dosha: vata- und kaphareduzierend

Tulsi ist im Ayurveda eine wichtige stressreduzierende Pflanze, stärkt die Verdauung und das Gedächtnis und wirkt antiseptisch. Ebenfalls sehr hilfreich bei Erkältungen.*

 

Tulsi-Tee ist köstlich! Entweder zubereitet mit einem frischen Tulsiblatt: einfach ein frisches Tulsiblatt mit ein wenig heißem Wasser übergießen. Oder getrocknetes Tulsikraut aus dem Bio- oder Ayurvedaladen verwenden – genau so gut!

*Quellenangaben:
ROSENBERG KERSTIN / NAGERSHETH KALYARI Dr. / KÜHTE ALBRECHT ANDREA Dr: Ayurveda mit heimischen Pflanzen – Rezepte & Anwendungen für Gesundheit und Energie
ROSENBERG KERSTIN / NESARI TANUJA Prof.Dr.: Ayurveda heilt – Ernährung als Medizin