GRÜNE SUPPE

Die grüne Suppe ist meine absolute Lieblingssuppe im Frühling und ich koche sie sehr oft zu dieser Zeit.

Grün ist ayurvedisch gesehen die ideale Farbe für den Frühling, denn grünes Gemüse verringert das kapha-dosha, das zu dieser Zeit sehr gerne ansteigt. Erhöht sich das kapha-dosha in unserem Organismus, spüren wir verstärkt Müdigkeit, Trägheit und wir neigen zu Verschleimungen und Erkältungen (was tatsächlich am Ende des Winters oft der Fall ist). In den Speiseplan verstärkt Spinat, Brokkoli, frische Erbsen, Sellerie und bittere Gemüsesorten wie zum Beispiel Löwenzahn und Artischocken aufzunehmen, tut dem Körper in den ersten Monaten nach dem Winter besonders gut. Diese Bitterstoffe (auch enthalten zum Beispiel in Mariendistel und Kurkuma) helfen dem Körper bei der Entgiftung nach dem Winter, da sie Leber und Blut reinigen und dadurch dem Körper neue Energie und Kraft verleihen. Wichtig ist natürlich das Gemüse so zuzubereiten, dass es das Verdauungsfeuer agni nicht überlastet und vom Körper gut verdaut wird und seine Inhaltsstoffe gut aufgenommen werden.

Rohkost ist nur für wenige Konstitutionen in größeren Mengen und abgesehen von der Mittagszeit, in der das agni besonders gut brennt, verträglich. Darum ist eine Suppe aus sanft gedünstetem Gemüse besonders bekömmlich und eignet sich auch für den Verzehr am Abend.

Eine wichtige Zutat in der grünen Suppe ist die Mungbohne oder Mungdal. Sie verstärkt die entgiftende, reinigende Eigenschaft der Suppe, ist eine wichtige Eiweiß- und Eisenquelle (wichtig für Vegetarier und Veganer) und verleiht der Suppe eine cremige Konsistenz. Ich verwende für dieses Rezept die ganze und nicht geschälte Mungbohne. Sie ist außen grün und innen gelb und muss unbedingt eine Nacht eingeweicht werden. Generell (egal ob geschält und gespalten oder eben die ganze) ist die Mungbohne eine der verträglichsten Hülsenfrüchte und sie ist für alle Konstitutionen im Ayurveda (vata, pitta, kapha) geeignet.

Die Gewürze Asafoetida (über die Wirkung von Asafoetida gibt es einen eigenen Blogeintrag, du kannst hier weiterlesen), Kreuzkümmel und Koriander erhöhen die Verträglichkeit, weil sie die Verdauung anregen und für eine gute Verstoffwechslung sorgen.

Chili ist besonders wertvoll bei kapha-Konstitutionen, da Chili den trägen Stoffwechsel von kapha anregt und Fettgewebe reduziert. Pitta-Konstitutionen sollten darauf aber verzichten, da die Schärfe dieses dosha besonders anregt. Vata verträgt im Frühling ein bisschen Schärfe!

Die Zitrone, die erhitzend und dadurch auch kapha-reduzierend wirkt, stärkt einerseits das Verdauungsfeuer und verbrennt gegebenfalls auftretende Schlacken, die sich über den Winter in unserem Verdauungstrakt angesammelt haben und andererseits regt sie unseren Appetit an.

GRÜNE SUPPE

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Suppe

für 3 Personen

500 – 600 ml Wasser
1 Brokkoli
350 g Spinat
80 g Mungbohnen
1/4 TL Asafoetida
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriander
1 Prise Chili + etwas Chili für das „Topping“
Saft von einer Zitrone
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Koriandergrün
Chiliflocken

Die Mungbohnen über Nacht einweichen. Am nächsten Tag das Einweichwasser abgießen und in reichlich Wasser weich kochen. Das restliche Wasser abgießen und die weich gekochten Mungbohnen zur Seite stellen.

Den Brokkoli in Röschen teilen. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen, kurz Asafötida anrösten und die Brokkoliröschen zugeben. Salz hinzufügen. Den Brokkoli garen, dann den Spinat untermischen und weiter dünsten. Ständig umrühren. Falls das Gemüse droht anzubrennen, ganz wenig Wasser hinzugeben. Wenn das Gemüse gar ist, Kreuzkümmel, Koriander, Chilipulver in einer kleinen Pfanne in wenig Öl anrösten und zum Gemüse geben. Das Gemüse mit den Bohnen (einen kleinen Teil für das „Topping“ zur Seite stellen), Zitronensaft, Wasser und Salz in den Mixer geben (es klappt sicher gut auch mit dem Stabmixer) und pürieren. In einem Topf die pürierte Suppe erwärmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für das „Topping“ Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, Asafötida, Chili und die restlichen Mungbohnen zugeben. Kurz anrösten und mit Salz abschmecken. Die Suppe mit den Mungbohnen, Chiliflocken und Koriander dekorieren.

KITCHARI

Kitchari, ein klassisches ayurvedisches Gericht aus Reis und Mungbohnen, ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Gerichte im Ayurveda. Es ist für alle Konstitutionstypen gleichermaßen geeignet, weil es alle 3 doshas ins Gleichgewicht bringt. Die Mungbohne ist im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten sehr leicht verdaulich, wird sie dann noch mit verdauungsfördernden Gewürzen zubereitet, kann Kitchari als Schonkost für den Darm bezeichnet werden. Kitchari entlastet die Verdauung; das ist auch der Grund, warum Kitchari fixer Bestandteil von längeren oder kürzeren Entgiftungskuren im Ayurveda ist. Trotz seiner entgiftungsfördernden Eigenschaften enthält Kitchari eine sehr wohltuende Mischung aus Kohlenhydraten und Eiweiß, die den Körper bestens versorgt und stärkt.

Möchte man diese leicht verdauliche Wirkung von Kitchari erreichen, ist es wichtig, die Mungbohne zu verwenden und zwar die geschälte und gespaltene. Sie ist gelb (im Unterschied zur ungeschälten Variante, die grün ist) und hat eine ovale Form. Achtung nicht mit der gelben Linse zu verwechseln (die ist zwar auch gelb, hat aber eine runde linsentypische Form).

Es gibt so viele Kitchari-Rezepte wie es Kitchari-Köche gibt oder eigentlich noch viel mehr, denn seit ich angefangen habe Kitachri zu kochen, habe ich sicher schon ein Dutzend Kitchari-Lieblingsrezepte entwickelt. Für mich bedeutet Kitchari DAS Gericht, das mich ins Gleichgewicht bringt. Es tut mir gut in stressigeren Zeiten, wärmt im Winter und ist auch sehr leicht zu variieren: mit verschiedenen Gewürzen, mit unterschiedlichen saisonalen Gemüsesorten oder einfach nur pur als Basmatireis-Dal Mischung.

Kitchari ist sehr einfach zuzubereiten, ist in ca. 25-30 min. fertig geköchelt und eignet sich deshalb als schnelle Mahlzeit zu Mittag, am Abend oder auch in der Früh, wenn du eine pikante Variante des Frühstücksbreis suchst. 😉

Die Mungbohne ist wie gesagt eine großartige Eiweißquelle, aber auch sehr reich an Eisen. Durch die Zugabe von Curryblättern kann der Eisengehalt von Kitchari noch erhöht werden. Besonders wichtig für vegetarische oder vegane Lebensweisen!

Im Winter füge ich gerne erdende Gemüsesorten, wie Karotten und verschiedene Kürbissorten hinzu.

Auch wenn ich nicht bei allen ayurvedischen Gerichten zu Ghee greife, sondern gerne auch mit verschiedenen Pflanzenölen abwechsle, hier ist Ghee für mich die beste Wahl, da es den ausleitenden Charakter von Kitchari verstärkt.

Wichtig ist, das Kitchari mit verdauungsfördernden Gewürzen, das heißt mit solchen, die das Verdauungsfeuer agni anregen, zu versehen. Im folgenden Rezept habe ich, zusätzlich zu Hing (Asafoetida), das ich allen Hülsengerichten beigebe, Kreuzkümmel und Koriander verwendet.

Kreuzkümmel wirkt appetitanregend, lindert Blähungen und harntreibend. Es verringert kapha und reguliert vata. Sein wunderbares Aroma verfeinert Dalgerichte und Gemüsecurrys.

Koriander ist ein feines Gewürz: Es wirkt kühlend und ist deshalb ein klassisches pitta-Gewürz. Aber auch die anderen Konstitutionen vata und kapha profitieren einerseits von seiner verdauungsstärkenden als auch andererseits von seiner entzündungshemmenden Wirkung (besonders im Verdauungs- und Harntrakt).

Schwarzkümmel füge ich meinem Kitchari besonders gerne im Winter bei, denn das in den Samen enthaltene Öl soll besonders gut gegen Erkältungen helfen und prophylaktisch eingenommen Allergien im Frühling erleichtern.

Über Asafoetida gab es vor kurzem einen Blogeintrag, mehr Informationen findest du hier.

Auch über Kurkuma und Ingwer kannst du dich in eigenen Blogeinträgen informieren: Kurkuma & Ingwer

KITCHARI MIT KAROTTEN

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Dal

für 2-3 Personen

50 g Mungbohnen
100 g Basmatireis
150 g Karotten
1 TL Ghee
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL Schwarzkümmel
1/4 TL Asafoetida
2 TL Ingwer frisch, fein gehackt
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Koriander
3 Curryblätter
Wasser, je nach Konsistenzwunsch: ca. 4-5 Mal so viel wie das Reis- und Linsengemisch
Salz
Pfeffer
Zitronensaft

Dal und Reis gut waschen. Karotten schälen und in mittelgroße Stücke teilen. Ghee in einem Topf erhitzen. Kreuzkümmel im Mörser zerkleinern und im Ghee anrösten: so lange, bis er einen wunderbaren Duft verströmt. Dann Schwarzkümmel, Asafoetida, Ingwer und die Curryblätter dazugeben, kurz anrösten, weiters die Gewürzpulver Kurkuma & Koriander beigeben. Diese nur kurz erhitzen, bevor nun Linsen, Reis und Gemüse in die Gewürze gerührt werden. Mit Wasser ablöschen und aufkochen lassen. Ca. 25-30 min köcheln lassen. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

ASAFOETIDA – DAS WUNDERBARE HING

Immer wieder habe ich es hier im Blog erwähnt, es in Rezepten verwendet und angekündigt: Das wunderbare Hing, Asafötida oder Asant (botanisch Ferula assa-foetida) ist ein wichtiges Gewürz der ayurvedischen Küche und für meine persönliche manipura.kitchen hat es einen besonderen Wert. Gewonnen wird Hing aus dem getrockneten Gummiharz, das aus dem Milchsaft der Asantpflanze hergestellt wird. Asant gehört zur Familie der Doldenblütengewächse und sieht wie eine riesige Fenchelplanze aus. Man kauft es bereits gemahlen und oft mit Reis- oder Weizenmehl vermischt. Asafoetida hat einen starken, stechenden Geruch, den nicht jeder mag. Kocht man jedoch damit, verflüchtigt sich dieser penetrante Geruch und entwickelt ein angenehmes Aroma, das an Zwiebel und Knoblauch erinnert. Deshalb kommt es auch gerne in der yogischen Ayurvedaküche zum Einsatz, eine Richtung von Ayurveda, die auf Zwiebel und Knoblauch völlig verzichtet.

Es sollte vor dem Verzehr stets erhitzt werden. Kocht man damit, wird es in heißem Ghee oder Öl leicht erhitzt. Es kann aber auch in heißes Wasser gerührt und getrunken werden, z.B. bei Verdauungsproblemen. Wichtig ist, es nicht roh zu genießen, da es eher schwer zu verdauen ist.

Asafoetida hat heiße und scharfe Eigenschaften; es verringert vata und kapha, erhöht aber pitta.

Seine wichtigsten Wirkungen sind: agni-anregend (das Verdauungsfeuer anregend) und es ist besonders entblähend. Hing ist somit eine große Hilfe bei allen Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Verstopfung und Blähungen.

Für mich war es vor Jahren eine große Entdeckung, die mir geholfen hat schwer Verdauliches oder auch sehr blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder Gemüse – Kohl, Kraut, Brokkoli und Karfiol (Blumenkohl) – wieder für mich genießbar zu machen. Die Hülsenfrüchte sind seit damals eine verträgliche wertvolle Protein- und Eisenquelle, auf die ich heute in meiner Alltagsküche nicht mehr verzichten könnte.

Ein praktischer Tipp für den Einkauf: Es gibt Asafoetida im Handel, das mit gemahlenem Bockshornklee vermischt angeboten wird. Geschmacklich sicher hervorragend, aber für mich hat es sich während des Kochvorgangs als nicht praktikabel herausgestellt. Asafoetida wird länger angeröstet als Bockshornklee, der nur ein paar Sekunden erhitzt wird, weil er sonst sehr, sehr bitter im Geschmack wird. Alle wunderbaren Gerichte bekommen dadurch eine wirklich bittere Geschmacksnote. Ich wähle stets das ganz klassische Asafoetida in dem kleinen gelben Döschen von Vandevi (siehe Bild).

 

Zum Schluss habe ich noch ein kleines Rezept für euch, sehr hilfreich bei starken Blähungen und Übelkeit bzw. Brechreiz (z.B. während einer Darmgrippe):

1/4 TL in heißes Wasser rühren und schlückchenweise zu sich nehmen.

 

 

DIE 6 GESCHMACKSRICHTUNGEN IM AYURVEDA

Die verschiedenen Geschmacksrichtungen im Ayurveda (süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb) sind bei der Auswahl von Lebensmitteln & Gewürzen von großer Bedeutung. Jeder Geschmack hat seine Wirkung auf unseren Körper und auch auf unsere Psyche. Die Geschmäcker können auf unsere Konstitution und auf unsere momentanen Bedürfnisse abgestimmt werden, zum Beispiel hat der Organismus unterschiedliche Bedürfnisse, die sich mit der Jahres- und Tageszeit verändern. Generell gilt im Ayurveda eine Mahlzeit als komplett, wenn alle 6 Geschmacksrichtungen vertreten sind. Jeder Geschmack hat seine Aufgabe bei der Verstoffwechslung der Nahrung. Die ausgewogene Mahlzeit belastet unseren Körper nicht durch einen einseitigen Geschmack, sie hilft ihm im Gleichgewicht zu bleiben oder wieder dorthin zu gelangen. Gleichzeitig stellt sich im Körper eine angenehme Befriedigung und Sättigung ein, die auch noch nach mehreren Stunden zu spüren ist. Bei einem Ungleichgewicht und bei Störungen können die verschiedenen Geschmacksrichtungen gezielt eingesetzt werden. Bei gröberen Störungen hingegen werden oft bestimmte Geschmäcker weggelassen oder dürfen nur sehr gut dosiert eingesetzt werden.

SÜSS – MADHURA

Madhura, der süße Geschmack im Ayurveda ist nährend, aufbauend und kräftigend. Er wirkt beruhigend für Geist & Sinne und ist speziell in der Schwangerschaft von großer Bedeutung. Süß ist besonders für die vata-Konstitution, aber auch für pitta wichtig. Nur kapha braucht den süßen Geschmack in geringeren Mengen. Besonders im ayurvedischen frühen Winter hemanta ritu ist es wesentlich dem Körper aufbauende & kraftspendende Nahrung zur Verfügung zu stellen. Aber Vorsicht: zu viel süß überlastet das Verdauungsfeuer 🔥 agni!

Den süßen Geschmack findest du in Kürbis, Karotten, Rote Rüben (Rote Beete), Reis, Hülsenfrüchte, süßem Obst wie Apfel, Birne, Banane, Orange, Trauben, Mango, Milch, Hafer, Nüsse & Samen, Zimt und Kardamom.

SAUER – AMLA

Der saure Geschmack ist im Ayurveda appetitanregend, nährend, regt unser Verdauungsfeuer agni 🔥an und schenkt uns Energie! Besonders vata-Konstitutionen profitieren von seiner Wirkung, da er vata ins Gleichgewicht bringt. Auf kapha wirkt der saure Geschmack vermehrend und pitta kann er stark erhöhen. Generell gilt “sauer” gut dosiert einsetzen: zum Beispiel ein Spritzer Zitrone 🍋 auf Dal & Kohlgemüse macht schwer Verdauliches verträglich!

Sauer sind Zitronen, Tomaten, Trauben, Orangen, Ananas, Essig und saure Milchprodukte wie Käse und Joghurt.

SALZIG – LAVANA

Der salzige Geschmack regt ebenfalls agni an, wirkt schleimlösend, befeuchtend und ist wichtig für die Verdauung. Salz senkt – in Maßen genossen – vata. Vorsicht ist geboten bei hohem pitta und bei allen Hautbeschwerden! Ein bisschen Salz ist aber nicht nur die Würze des Lebens, sondern für den menschlichen Körper unverzichtbar. Am liebsten verwende ich das ayurvedische Natursalz (ein nicht raffiniertes Steinsalz), das reich an wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen ist.

Salzig sind die verschiedenen Salzarten wie Steinsalz oder Meersalz. In vielen Soßen wie Soja- oder Tamarisoße ist sehr viel Salz enthalten.

SCHARF – KATU

Im scharfen Geschmack steckt sehr viel Feuer.🔥 Im Körper entstehen Wärme & Hitze. Das klingt an kalten Wintertagen sehr verlockend, ist aber nicht für alle Konstitutionen so bekömmlich: pitta hat schon genug Hitze und sollte auf scharf weitestgehend verzichten. Vata verträgt nur den leicht scharfen Geschmack. Wer so richtig von scharf profitiert ist kapha. Der scharfe Geschmack bringt kaphas Stoffwechsel in Gang, stärkt das eher schwache Verdauungsfeuer agni 🔥und fördert die Ausscheidung von Feuchtigkeit. Kapha darf also gerne seinem Essen die eine oder andere Chilischote 🌶 hinzufügen! 😉

Besonders scharf sind Chilis, Pfeffer, Meerrettich und Ingwer.

BITTER – TIKTA

Bitter wirkt reinigend auf Blut & Leber, regt das Verdauungsfeuer agni 🔥an und ist ein natürliches Tonikum für die Haut. Wichtig ist es, den bitteren Geschmack in die tägliche Ernährung einzubauen. Besonders pitta- und kapha-Konstitutionen profitieren davon; vata sollte bitter ein wenig vorsichtiger einsetzen. Ab und zu ein Detoxtag mitviel bitterem und grünem Gemüse tut jeder Konstitution gut!

Den bitteren Geschmack findest du in den grünen Blattgemüsesorten wie Mangold, Spinat, Löwenzahn, in Blattsalat, Radicchio, Chicorée und Artischocken. Auch viele Küchenkräuter haben eine bittere Geschmacksnote.

HERB – KASHAYA

Herb ist der letzte Geschmack. Was ist eigentlich herb? Kennt ihr das Gefühl auf der Zunge, wenn ihr eine unreife Banane kostet? Das ist der herbe (adstringierende oder zusammenziehende) Geschmack. Der stark herbe Geschmack kommt weniger in Lebensmitteln und mehr in Kräutern & Gewürzen vor. Da jedes Essen, wie gesagt, im Ayurveda alle 6 Geschmacksrichtungen beinhalten sollte, ist es von Bedeutung den herben Geschmack zu integrieren; zum Beispiel mit einer Prise Kurkuma. Die Wirkung des herben Geschmacks auf die 3 doshas ist vataerhöhend aber pitta- und kaphaausgleichend! Eine Geschmacksvielfalt (und auch Farbvielfalt) auf unseren Tellern zu kreieren macht nicht nur unserem Gaumen Freude, sondern ist auch für unsere Sinne eine Wohltat!

Herbe Lebensmittel sind Hülsenfrüchte, Stangensellerie, Buchweizen, Roggen, Brokkoli, Blumenkohl und Honig (wobei die letzten 5 auch süß sind!). Schwarzer Tee ist zusammenziehend und auch Gewürze wie Kurkuma und Koriander.

KASTANIENKUCHEN MIT PINIENKERNEN & ROSINEN

Mit Esskastanien (castanea sativa) zu kochen und auch besonders mit dem Mehl zu backen ist in der Mittelmeerregion eine alte Tradition. Die Kastanien, die frisch nicht sehr lange haltbar sind, wurden seit jeher getrocknet, geschält und zu Mehl vermahlen. Es war ein „Arme-Leute-Mehl“ als Alternative zu Getreide, das Kraft, Energie und Wärme für den Winter gebracht hat. Kastanien sind wertvolle Winterbegleiter, sie weisen eine gesunde Kombination aus Kohlenhydraten, Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen auf. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Vitamin C. Kastanien wirken säurereduzierend (basisch), wärmend und beinhalten kein Gluten.

Das Mehl kann vielfältig verarbeitet werden und eignet sich besonders für Brot, Kuchen, Kekse und Palatschinken (Pfannkuchen).

Heute möchte ich ein Rezept für einen Kuchen vorstellen, den ich in Italien kennen (und lieben) gelernt habe, das „Castagnaccio“. Ich habe einige Zutaten verändert und ayurvedische Gewürze hinzugefügt, die die Verträglichkeit dieses Kastanienkuchens erhöhen und es leichter verdaulich machen. Von der Konsistenz her (sehr knusprig!) ist er ein Mittelding zwischen Kuchen und Keks.

Andere Rezepte aus Kastanienmehl werden sicher noch folgen, denn momentan könnte ich es ständig essen und bin Tag für Tag am Rezepte ausprobieren.

Eine genaue ayurvedische Aufschlüsselung von Kastanienmehl habe ich nicht gefunden, aber nach meinen Einschätzungen ist es ein Mehl, das im Winter für alle 3 doshas sehr gut geeignet ist. Besonders wertvoll erscheint es mir für vata. vata profitiert davon, dass Katanien sehr nahrhaft, aufbauend und erwärmend sind und viel Energie geben. Für vata-Personen ist die Zugabe der Gewürze besonders von Bedeutung, da sie oft ein weniger starkes agni (Verdauungsfeuer) haben. Die meist gute pitta-Verdauung hingegen kann die Kastanien sehr gut verdauen und der süße Geschmack von Kastanien ist sowohl vata– als auch pittareduzierend. kapha sollte Kastanienmehl wegen seiner aufbauenden Wirkung eher in kleineren Mengen zu sich nehmen.

Der Zusatz an ayurvedischen Gewürzen hilft bei der Verdauung und macht den Kuchen verträglicher:

Fenchel (Foeniculum vulgare) wirkt vata– und pittaausgleichend, ist kühlend, regt das Verdauungsfeuer agni an und die ätherischen Öle der Fenchelsamen haben eine karminative (blähungswidrige) Wirkung.

Ingwer (Zingiber officinale, getrocknet) hat eine erwärmende, agni-stärkende Wirkung, reduziert vata und kapha und ist ebenfalls karminativ.

Ich füge dem Rezept noch gerne Pinienkerne und Rosinen hinzu, die vom Geschmack her (zumindest von meinem!) sehr gut zu Kastanienmehl passen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil mein erstes herrliches Castaggnaccio in Italien ebenso zubereitet war… Gerne können Pinienkerne & Rosinen durch andere Nüsse  und Trockenfrüchte (z.B. Datteln) ersetzt werden.

KASTANIENKUCHEN MIT PINIENKERNEN & ROSINEN

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Dessert

400 g Kastanienmehl
60 g Ahornsirup
60 g Rosinen
40 g Pinienkerne
90 g Kokosöl
200 ml Reismilch
1 1/2 TL Fenchelsamen, gemahlen
2 TL Ingwerpulver
10 g Pinienkerne zum Bestreuen

Das Kastanienmehl mit den Rosinen, Pinienkernen und Gewürzen vermischen. Kokosöl leicht erwärmen, bis es flüssig ist; zusammen mit dem Ahornsirup und der Reismilch untermischen. Die Kastanienmasse in eine mit Backpapier ausgelegte flache Ofenform (meine ist etwa 20 x 25 cm) füllen, gut darin verteilen und glatt streichen. Mit den restlichen Pinienkernen bestreuen und bei 180° ca. 50 min. backen.

GEWÜRZCHAI

Heute stelle ich das Rezept für den Chai vor, den wir bei unseren Veranstaltungen im Manipura, im Yoga- und Ayurvedastudio, unseren Gästen servieren und der sehr beliebt ist. Es ist sozusagen unsere Hausmischung. 😉 Da der Chai ohne schwarzen Tee zubereitet wird, ist er, weil er nicht anregend wirkt, wunderbar am Abend zu genießen. Ich verwende Reismilch, die von Natur aus lieblich und leicht süß im Geschmack ist (aufgrund der Fermentation der Reisstärke). Deshalb braucht es auch nur ganz wenig an zusätzlichen Süßungsmitteln (am liebsten Ahornsirup oder Reismalz).

Der Gewürzchai eignet sich ideal für die kältere Jahreszeit, denn er wirkt erwärmend, aufgrund von Zimt, Sternanis und Ingwer, aber auch nicht überhitzend, weil Kardamomkapseln, Fernchelsamen und Gewürznelken kühlen. Er ist also für alle 3 doshas bekömmlich.

Die Gewürze, außer dass sie wirklich köstlich schmecken (und riechen!), haben auch eine positive Wirkung auf unseren Organismus; z.B. regen alle sechs Gewürze das innere Feuer agni an, was besonders im Herbst und Winter von großer Bedeutung ist.

So kann man sagen, dass der Chai wirklich ein wohltuendes, wohlschmeckendes Wohlfühlgetränk ist!

GEWÜRZCHAI

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Getränke

Zutaten

3 Zimtstangen
3 Sternanis
7 Kardamomkapseln
5 Gewürznelken
3 Scheiben frischer Ingwer
1 TL Fenchelsamen
1 1/4 l Wasser
250 ml Reismilch
etw Reismalz oder Ahornsirup

Zubereitung

Wasser mit den Gewürzen aufkochen und dann für ca. 20 Minuten köcheln lassen.
Reismilch dazugeben und ein paar Minuten ziehen lassen.
Zum Schluss nach belieben süßen.

Tipp:

Die Gewürze können auch ein zweites Mal ausgekocht werden; der Chai ist dann nicht mehr so kräftig im Geschmack, aber noch immer gut!

Abgefüllt in eine Glasflasche ist er im Kühlschrank 1-2 Tage haltbar.

 

 

 

 

KURKUMA UND GOLDEN MILK

Kurkuma hat in der manipura.kitchen das ganze Jahr über Saison (in meinen Gemüsecurrys, in den Dalgerichten, Suppen und auch in den Chutneys und Kuchen!), aber beginnt die Halsweh- und Erkältungszeit, ist es zusammen mit dem Ingwer eines der wichtigsten Gewürze. Kurkuma (Curcuma longa) gehört so wie der Ingwer zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae). Die beiden Knollen sind also miteinander verwandt, sie sehen sich sehr ähnlich, wobei die Kurkumaknolle meist kleiner ist und eine dünklere Farbe hat.

Durch Kurkuma Latte (oder auch Turmeric Latte), mittlerweile ein richtiges Kultgetränk, ist Kurkuma in aller Munde und wird als ein neues Superfood angesehen. Kurkuma ist jedoch ein Gewürz mit jahrtausendealter Tradition: Es kommt ursprünglich aus Südasien und ist ein fixer Bestandteil der indischen und ayurvedischen Küche. Es ist einer der wichtigen Bestandteile des Curry, der bekanntesten Gewürzmischung, und verleiht ihr auch seine gelbliche Farbe.

Und die Golden Milk ist ein altes ayurvedisches Rezept, das in yogischen Kreisen sehr beliebt war (und ist!). Yogi Bhajan, der das Kundalini-Yoga im Westen bekannt gemacht hat, soll seinen Schüler/innen nach der Yogapraxis die Golden Milk empfohlen haben, denn zusammen mit Milch und einem Löffel Öl, entfaltet Golden Milk angeblich besonders gut seine wohltuende Wirkung auf Gelenke und Bewegungsapparat.

Über die medizinische Wirkung von Kurkuma und dessen Wirkstoff Curcumin kann man sehr viel im Internet nachlesen. Eine dieser Seiten mit vielen Informationen ist zum Beispiel https://www.kurkuma-wurzel.info und es gibt auch eine Reihe von Publikationen über diese Superknolle.

In den Ayurvedaschriften wird über Kurkuma geschrieben, dass es scharfen und bitteren Geschmack und heiße und trockene Eigenschaften habe. Alle 3 doshas würden durch Kurkuma ausgeglichen, im besonderen das pitta dosha. Es wirke entzündungshemmend, antiseptisch, rege den Gallenfluss an und sei gut für Leber & Haut. Es sei bei Erkältungen und Allergien von großer Wirkung.

Besonders wirkungsvoll soll die Kombination Kurkuma & schwarzer Pfeffer (Piper nigrum) oder Kurkuma & Pippali (Piper longum), der lange Pfeffer, sein. Langer Pfeffer hat den Vorteil, dass er nicht pitta erhöht, während der schwarze Pfeffer, das sehr wohl tut. So kann eine Prise Pfeffer oder Pippali kein Fehler sein!

GOLDEN MILK

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Getränke

Zutaten Basis

120 ml Wasser
60 g Kurkuma (Pulver)

In einem kleinen Topf Wasser und Kurkuma vermischen, auf kleiner Flamme köcheln, gut umrühren. Nach und nach verdunstet das Wasser und es entsteht eine cremige Kurkumapaste, die für ungefähr 40 Portionen ausreicht. Die Kurkumapaste in ein Glasgefäß füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

1 Portion Goldene Milch

250 ml Mandelmilch (oder andere Pflanzen- oder Nussmilch)
½ oder 1 TL Kurkumapaste
1 TL Honig oder Ahornsirup
1 TL Mandelöl
1 Prise Pippali

In einem kleinen Topf die Kurkumapaste in der Mandelmilch auflösen und die Kurkumamilch erwärmen. Honig oder Ahornsirup, Mandelöl und etwas Pippali dazugeben.

Wichtig: Falls Honig verwendet wird, die Milch nur auf Trinktemperatur erwärmen, nicht stärker erhitzen, da sonst der zugefügte Honig unverträglich wird. Im Ayurveda soll Honig nicht erhitzt werden.

Wer keine Paste zubereiten möchte, kann auch direkt 1 Tl Kurkuma in die Milch rühren und erhitzen. Hier sollte die Milch aber kurz aufkochen, da Kurkuma richtig erhitzt werden soll.

Es gibt auch tolle Fertigmischungen von verschiedenen Firmen für „Kurkuma Latte“ mit Zimt oder Ingwer, die auch sehr interessant schmecken.

ROTE RÜBENSUPPE MIT ZIMT UND MANDELMILCH

Mit Ende Oktober beginnt der ayurvedische frühe Winter hemanta ritu. Nährende und aufbauende Nahrungsmittel tun jetzt dem Körper besonders gut. Für wohltuende Erdung eignet sich besonders Wurzelgemüse wie Karotten, gelbe und rote Rüben und die exotische, aber mittlerweile auch schon heimisch gewordene Süßkartoffel. Ja, sie wird tatsächlich bereits in Österreich angebaut! Ebenfalls zu empfehlen ist Kürbis, wobei die besonders süßen Sorten wie z.B. Hokkaido zu bevorzugen sind. Ich liebe alle diese Gemüsesorten, schon allein ihrer Farben wegen – goldgelb, orange, rot  und …. pink! Farbtupfer für graue Herbst- und Wintertage.

Die Roten Rüben gleichen vata und pitta aus und sollen aufbauend, entsäuernd und blutbildend wirken. Laut ayurvedischer Schriften haben sie eine leicht abführende Wirkung und unterstützen Darm und Leber.

Ich verwende für Cremesuppen sehr gerne Mandelmilch, denn sie gibt den Suppen eine seidige Note. Mandeln sind ayurvedisch betrachtet ebenfalls vata- und pittareduzierend, tun den Schleimhäuten gut und sollen Gehirn und Nervengewebe stärken.

Zimt ist im Winter ein sehr wohltuendes Gewürz. Das Gewürz hat einen süßen, scharfen und bitteren Geschmack und gleicht vata und kapha aus (es ist auch für pitta verträglich). Zimt wärmt, lindert Erkältungen und hilft bei kalten Füßen; also ein idealer Begleiter für die kalte und feuchte Jahreszeit.

Über Hing (Asafoetida) wird es einmal einen gesonderten Blogbeitrag geben. Es ist das Harz der Pflanze Alant. Hing ist sehr verdauungsfördernd und wird deshalb gerne in der ayurvedischen Küche, insbesonders bei der Zubereitung von schwer verdaulichen Lebensmitteln, wie Hülsenfrüchten und Kohlsorten, verwendet. Und jetzt zum Rezept!

ROTE RÜBENSUPPE MIT ZIMT & MANDELMILCH

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Suppe

für 3-4 Personen

2 rote Rüben
3 EL Basmatireis
1/4 TL Asafoetida
1/4 TL Chili
1 1/2 TL Zimt
600 ml Mandelmilch
300 ml Wasser
Saft von einer 1/2 Zitrone
2 EL Olivenöl oder 2 TL Ghee
1 1/2 TL Salz
Pfeffer oder Chiliflocken mild und etwas Mandelmilch zum Dekorieren.

Die roten Rüben mit der Schale in heißem Wasser kochen, bis sie weich sind. Danach schälen und vierteln.
Den Basmatireis in doppelter Menge Wasser kochen.
Die roten Rüben-Stücke zusammen mit dem Basmatireis und der Mandelmilch im Standmixer (falls vorhanden, ansonsten mit dem Stabmixer) pürieren.
In einem großen Topf Öl (bzw. Ghee erhitzen), Asafoetida, Chili und Zimt nacheinander zugeben und ganz kurz anrösten.
Die Rote Rüben-Basmati-Mandelmilch-Mischung und Wasser dazugeben und erhitzen. Mit Salz und Zitrone abschmecken, eventuell mit Pfeffer oder milden Chiliflocken und etwas Mandelmilch hübsch anrichten.

APFEL CHUTNEY MIT INGWER & SCHWARZKÜMMEL

Herbstzeit ist Apfelzeit und damit auch Apfelchutneyzeit! Apfelchutney ist eines meiner Lieblingschutneys und ich habe schon ganz viele Varianten ausprobiert und zubereitet. Heute stelle ich euch eines meiner Lieblingsrezepte für den Herbst und Winter vor: mit Ingwer & Schwarzkümmel! Beide Gewürze sind ganz besonders wertvoll für die kältere Jahreszeit.

Das englische Wort „Chutney“ hat seine Wurzeln im Sanskrit catana, das so viel wie „in kleine Stücke zerfallen“ bedeutet und ich finde, das beschreibt sehr gut den Kochvorgang von Chutney. Während der Kolonialzeit in Indien haben die Briten die verschiedenen Chutneysorten kennen und lieben gelernt. Das britische Chutney enthält neben Obst und Gewürzen auch sehr viel Zucker und Essig. Das ayurvedische Chutney ist eher süß, wird am besten ohne raffinierten Zucker zubereitet und ist nicht so sauer – der Essig fehlt hier gänzlich. Essig ist nämlich ayurvedisch gesehen nicht so gesund, denn der extrem saure Geschmack von Essig lässt die so genannten srotas blockieren. Srotas sind Transportkanäle, in denen Substanzen transportiert werden. Sie sind daher für den Stoffwechsel von großer Bedeutung. Zu viel saures kann bei pitta-Konstitutionen zu Entzündungen und zu viel Hitze im Körper führen. Ein wenig sauer ist der Gesundheit jedoch förderlich, unterstützt die Verdauung und macht schwer verdauliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, verträglicher.

Der Apfel ist von seiner Wirkung her süß und zusammenziehend, kalt und schwer. Er ist sehr eisenhaltig, ballaststoffreich und roh genossen absorbiert er Flüssigkeiten (geschabter Apfel ist bei Durchfall sehr hilfreich). Genießt man den Apfel gekocht, zum Beispiel in Form von Apfelmus, erhält man die konträre Wirkung: Der Apfel ist dann verdauungsfördernd, befeuchtet den Darm und fördert die Darmmotilität; ist also hilfreich bei Obstipation. Da Äpfel schwer verdaulich sind, sollten sie nur von Personen mit starkem Verdauungsfeuer roh gegessen werden. Für Vata-Konstitutionen sind rohe Äpfel oft unverträglich, aber gekocht eine wahre Anti-vata-Wohltat.

Ich esse ayurvedische Chutneys besonders gerne in der Früh zu meinem warmen Getreidebrei. Das saftige, leicht süße und wärmende Apfelchutney passt so gut zu den ersten kühlen Herbsttagen. Chutney wird auch zu einem vollständigen Ayurveda-Menü gereicht- neben Reis (meist Basmatireis), Dal (Hülsenfrüchte), einem Gemüsecurry und einem Raita (eine Zubereitung aus Joghurt & (oft frischem) Gemüse). Das so zusammen gestellte Menü wird ayurvedisch als komplett angesehen, weil es alle Geschmachsrichtungen enthält (süß, sauer, salzig, bitter und zusammenziehend) und uns auf diese Weise besonders sättigt und zufrieden stellt.

In dieser Herbst- & Wintervariante des Apfelchutney verwende ich Ingwer, Kurkuma und Schwarzkümmel. Alle 3 Gewürze erwärmen uns (und auch den von der thermischen Wirkung kalten Apfel) in der kalten Jahreszeit:

  • Ingwer ist heiß und scharf und reduziert Vata und Kapha. Er hilft besonders gut gegen Husten & Schnupfen und tonisiert die Stimme.
  • Kurkuma hat heiße und trockene Eigenschaften, hat einen bitteren und scharfen Geschmack und verringert alle doshas. Er wird als entzündungshemmend, antiseptisch, leber- und blutreinigend beschrieben und bewirkt bei Halsweh kleine Wunder.
  • Schwarzkümmel hat ebenfalls heiße und trockene Eigenschften mit bitterem & scharfem Geschmack und das in den Samen enthaltene Öl soll besonders gut gegen Erkältungen und Allergien (besonders auch prophylaktisch eingenommen) helfen.

APFELCHUTNEY MIT INGWER & SCHWARZKÜMMEL

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Chutney

für 2 Personen

500 g Äpfel
½ TL Schwarzkümmelsamen
2-3 TL frischer Ingwer
½ TL Kurkuma
½ TL Kardamom
1/2 TL Vanille
etwas Wasser
1 EL Sesamöl
eventuell 1-2 EL Reismalz oder Ahornsirup

Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden. Sesamöl in einem kleinen Topf erhitzen. Zuerst Schwarzkümmelsamen in heißem Sesamöl leicht anrösten, dann Ingwer zugeben und ebenfalls kurz erhitzen. Jetzt die Gewürzpulver Kurkuma, Kardamom, Vanille und die Apfelstücke mit den angerösteten Gewürzen vermischen. Mit etwas Wasser ablöschen. Wichtig ist hier nur so viel Wasser zu verwenden, dass die Äpfel nicht anbrennen. Während des weiteren Kochvorgangs bildet sich aus den Äpfeln heraus genug Saft, so dass die Apfelstückchen darin weichgedünstet werden können. Bei geschlossenem Deckel Gewürze & Äpfel köcheln lassen. Sobald die Apfelstücke weich sind und beginnen zu zerfallen (ha! da ist die Bedeutung von catana: in kleine Stücke zerfallen), eventuell noch etwas Reismalz oder Ahornsirup unterrühren und noch ein paar weitere Minuten bei geschlossenem Deckel ruhen lassen.

AYURVEDISCHES INGWERWASSER

Ingwer! Eine der zwei Superknollen im Ayurveda. Neben Kurkuma ist Ingwer wahrscheinlich eines der meist verwendeten Gewürze im Ayurveda… zumindest in meiner manipura.kitchen kommt Ingwer fast täglich zum Einsatz. Generell weit verbreitet in der asiatischen Küche, ist Ingwer ein wichtiges und wertvolles Gewürz in der Ayurvedaküche, denn er stärkt unsere Verdauung, regt agni, das Verdauungsfeuer an, hilft bei Übelkeit (ideal bei Reiseübelkeit), ist gut gegen Husten & Schnupfen und tonisiert die Stimme.

Von seiner Wirkung ist Ingwer (Zingiber officinale) heiß und scharf und reduziert Vata und Kapha.

Seine Wirkung ist, je nachdem ob frisch oder getrocknet, ein wenig verschieden: Seine agni-stärkende Wirkung entfaltet er besonders im frischen Zustand (frischer Ingwer hat den Sanskritnamen ardraka). Getrockneter Ingwer (sunthi) hilft hingegen besonders gut um ama zu verbrennen. Das sind Art Schlacken, die sich im Verdauungstrakt ansammeln können, wenn Teile von unserer Nahrung nicht gut verdaut werden. Sie können unseren Organismus stark belasten. Es gibt deshalb im Ayurveda sehr viele Empfehlungen, einerseits um agni      anzuregen und die Verdauung zu verbessern (damit sich erst gar keine Schlacken ansammeln können) und andererseits Tipps, die das Ziel haben den Körper von ama zu befreien.

Und Ingwer, die Superknolle, kann eben beides!

In meinen Rezepten verwende ich sowohl frischen Ingwer (z.B. in Dalgerichten, Suppen, Currys,…), als auch getrockneten (z.B. im Frühstücksporridge, in Kuchen und anderen ayurvedischen Desserts), hierfür wird der frische Ingwer fein gehackt und den getrockneten kaufe ich in Pulverform.

Ein Tipp: Eine Scheibe Ingwer mit etwas Steinsalz vor dem Essen gekaut regt agni an und lässt uns die darauf folgende Mahlzeit besser verdauen.

Eine wichtige Empfehlung im Ayurveda zur Anregung von agni und zur Stärkung der Verdauungskraft ist das Trinken von heißem Ingwerwasser. Im Winter wärmt es wunderbar und schützt den Körper vor Kälte & Feuchte.

Je nach Konstitution wird das Ingwerwasser länger oder kürzer gekocht und mit mehr oder weniger Ingwerscheiben versehen (schärfer oder milder). Auch die Trinktemperatur wird im Idealfall der Konstitution angepasst.

In der kalten Jahreszeit bereite ich gerne in der Früh eine Thermoskanne mit Ingwerwasser vor, trinke dann gleich ein Glas (vor dem Frühstück!) und den Rest über den Tag verteilt in kleinen Schlückchen.

AYURVEDISCHES INGWERWASSER

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Getränke

Zutaten

1 1/4 Liter Wasser
3-4 Scheiben Ingwer

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Zubereitung

Wasser und Ingwerscheiben in einem Topf aufkochen lassen und dann ca. für 10 Minuten köcheln lassen.