KASTANIENKUCHEN MIT PINIENKERNEN & ROSINEN

Mit Esskastanien (castanea sativa) zu kochen und auch besonders mit dem Mehl zu backen ist in der Mittelmeerregion eine alte Tradition. Die Kastanien, die frisch nicht sehr lange haltbar sind, wurden seit jeher getrocknet, geschält und zu Mehl vermahlen. Es war ein „Arme-Leute-Mehl“ als Alternative zu Getreide, das Kraft, Energie und Wärme für den Winter gebracht hat. Kastanien sind wertvolle Winterbegleiter, sie weisen eine gesunde Kombination aus Kohlenhydraten, Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen auf. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Vitamin C. Kastanien wirken säurereduzierend (basisch), wärmend und beinhalten kein Gluten.

Das Mehl kann vielfältig verarbeitet werden und eignet sich besonders für Brot, Kuchen, Kekse und Palatschinken (Pfannkuchen).

Heute möchte ich ein Rezept für einen Kuchen vorstellen, den ich in Italien kennen (und lieben) gelernt habe, das „Castagnaccio“. Ich habe einige Zutaten verändert und ayurvedische Gewürze hinzugefügt, die die Verträglichkeit dieses Kastanienkuchens erhöhen und es leichter verdaulich machen. Von der Konsistenz her (sehr knusprig!) ist er ein Mittelding zwischen Kuchen und Keks.

Andere Rezepte aus Kastanienmehl werden sicher noch folgen, denn momentan könnte ich es ständig essen und bin Tag für Tag am Rezepte ausprobieren.

Eine genaue ayurvedische Aufschlüsselung von Kastanienmehl habe ich nicht gefunden, aber nach meinen Einschätzungen ist es ein Mehl, das im Winter für alle 3 doshas sehr gut geeignet ist. Besonders wertvoll erscheint es mir für vata. vata profitiert davon, dass Katanien sehr nahrhaft, aufbauend und erwärmend sind und viel Energie geben. Für vata-Personen ist die Zugabe der Gewürze besonders von Bedeutung, da sie oft ein weniger starkes agni (Verdauungsfeuer) haben. Die meist gute pitta-Verdauung hingegen kann die Kastanien sehr gut verdauen und der süße Geschmack von Kastanien ist sowohl vata– als auch pittareduzierend. kapha sollte Kastanienmehl wegen seiner aufbauenden Wirkung eher in kleineren Mengen zu sich nehmen.

Der Zusatz an ayurvedischen Gewürzen hilft bei der Verdauung und macht den Kuchen verträglicher:

Fenchel (Foeniculum vulgare) wirkt vata– und pittaausgleichend, ist kühlend, regt das Verdauungsfeuer agni an und die ätherischen Öle der Fenchelsamen haben eine karminative (blähungswidrige) Wirkung.

Ingwer (Zingiber officinale, getrocknet) hat eine erwärmende, agni-stärkende Wirkung, reduziert vata und kapha und ist ebenfalls karminativ.

Ich füge dem Rezept noch gerne Pinienkerne und Rosinen hinzu, die vom Geschmack her (zumindest von meinem!) sehr gut zu Kastanienmehl passen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil mein erstes herrliches Castaggnaccio in Italien ebenso zubereitet war… Gerne können Pinienkerne & Rosinen durch andere Nüsse  und Trockenfrüchte (z.B. Datteln) ersetzt werden.

KASTANIENKUCHEN MIT PINIENKERNEN & ROSINEN

Autorin: kitchen.manipura
Rezeptkategorie: Dessert

400 g Kastanienmehl
60 g Ahornsirup
60 g Rosinen
40 g Pinienkerne
90 g Kokosöl
200 ml Reismilch
1 1/2 TL Fenchelsamen, gemahlen
2 TL Ingwerpulver
10 g Pinienkerne zum Bestreuen

Das Kastanienmehl mit den Rosinen, Pinienkernen und Gewürzen vermischen. Kokosöl leicht erwärmen, bis es flüssig ist; zusammen mit dem Ahornsirup und der Reismilch untermischen. Die Kastanienmasse in eine mit Backpapier ausgelegte flache Ofenform (meine ist etwa 20 x 25 cm) füllen, gut darin verteilen und glatt streichen. Mit den restlichen Pinienkernen bestreuen und bei 180° ca. 50 min. backen.

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